Mittlerweile sind ein paar Jahre ins Land gegangen seit die ersten Platten von mir auf einen Techniks Plattenspieler gelegt wurden. 1997 hat sich mein musikalischer Hintergrund nur in den Strassen von Brooklyn, New York abgespielt und es gab zu diesem Zeitpunkt für mich keine bessere Musik. Mit dem Wu-Tang Clan, Biggie Smalls oder Nas auf den Ohren konnte man es aushalten. Jahrelang hab ich keine andere Art von Musik an mich heran gelassen. Erst nach und nach kam ein Interesse für die Ursprünge auf. Die goldene Zeit vor 1994 war erstmal nicht sehr interessant, Bands wie NWA oder Parliament kamen nie auf den Plattenteller, denn die Suche nach dem Original Sample von einem DJ Premier Beat war so viel interessanter für mich. Die Beats an sich waren immer das Treibende, auf die meisten Texte durfte man leider sowieso nicht hören.
Erst durch einen kleinen erzwungenen musikalischen Wechsel in einem Club in Trier hat sich der Blick auf die Musik so langsam gewandelt. Mit den neuesten Produktion von 50 Cent und Co konnte man sich sowieso nicht mehr anfreunden. Es ging hier nur noch um ein Produkt und ein große Vermarktungsmaschinerie im Hintergrund. Neue Bands wie Maximo Park und Bloc Party hatten mich mit ihre Debutalben sofort gefesselt. Die Aggressivität von Schlagzeug und Gitarre bestimmten die Tanzfläche, erleichtert wurde das natürlich auch durch Bands wie N.E.R.D. oder The Roots, die schon lange zuvor Gitarren im Rap unterbrachten. Musik mischte sich zu diesem Zeitpunkt auf ein ganz bestimmte und interessante Art und Weise. Es gab Verbindungen zu elektronischer Musik, denn mit dem Erscheinen der ersten Bloc Party Single kam auch der direkte Aufstieg von damals noch Kid Alex, der heute nur noch unter Boys Noize spielt.
Musiker wie Erlend Oye haben viele Elemente neu gemischt und auf kleinen Tanzflächen, neben den Chart-Großraum-Diskotheken-Gedudel, konnte man auf einmal schöne Indie-Produktionen mit ein elektronischen Hauch hören. The Whitest Boy Alive sind ein perfektes Beispiel dafür und selbst heuzutage Kakkmaddafakka sind einfach eine perfekt produzierte Band, die dazu live auch noch das Haus abbrennen können.
Die Grundaussage dieses kleinen Textes ist einfach, ich werde und kann meinen Musikstil beim Auflegen nicht beschreiben durch Wörter wie House, Indie oder Soul. Diese Begriffe sind einfach viel zu viele Einschränkungen und verwirren. Mit einer Beschreibung, wie Knutschwuller, Beat, schöne Tanzmusik oder Mädchenmusik ist die Aussage nicht viel besser aber es geht um den Spaß auf der Tanzfläche und hinter dem DJ-Pult, die Interaktion mit dem Publikum und das komplette Loslassen von der Welt außerhalb vom Club und denn Spaß hab ich auch noch nach mittlerweile 14 Jahren, auch wenn ich nicht großartig aus Trier und Umgebung rausgekommen bin.